Ortsumfahrung Rohr im Zuge der L 1140

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Das Bauvorhaben liegt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im südlichen Vorland des Thüringer Waldes im Freistaat Thüringen. Die Baumaßnahme sieht die Verlegung der Landesstraße L 1140 zur südlichen Umfahrung der Ortslage Rohr auf einer Länge von ca. 2,75 km vor. Der Neubauabschnitt beginnt im Westen an der Autobahn A 71 im Bereich der bestehenden L 1140 und verläuft dann bogenförmig südlich an Rohr vorbei bis zur Anbindung im Osten an die L 1131 nach Schwarza. Die Kreuzungspunkte und Anschlussstellen werden als 2 Brückenbauwerke und 6 Kreisverkehre ausgebaut.

Lageplan mit Trassenverlauf und Baugrundaufschlüssen

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Im westlichen Abschnitt verläuft die Trasse am nordöstlichen Hang des Leichenberges, am Bauanfang km 0+190 nahezu geländegleich beginnend mit flachen Einschnitts- und Dammlagen und ab Station 0+800 in deutlicher Einschnittslage. Bei km 0+920 erreicht der Einschnitt mit ca. 11 m seine größte Tiefe, wobei die hangseitige Böschung, bedingt durch die Hanglage, Höhen bis ca. 17 m erreicht. Zwischen km 1+160 und 1+420 wird die Straße "Rotes Tal" im gleichnamigen Gewerbegebiet als Teil der neuen Trasse ausgebaut.

Unmittelbar östlich des Gewerbegebietes und der L 1131 quert die Trasse zwischen km 1+420 und 1+500 die dem Talhang aufliegende Altablagerung "Deponie Rohr" in flacher Dammlage. Anschließend erreicht die Gradiente, bedingt durch den relativ steil abfallenden Talhang, eine Höhe bis 14 m über Gelände, bevor sie im Talbereich wieder abflacht.

Der anschließende östliche Trassenabschnitt verläuft etwa ab km 1+500 bis Bauende bei km 2+925 durch die Aue der Hasel und Schwarza. Die Gradiente liegt durchweg in Dammlage mit einer mittleren Dammhöhe von 3 m.

Baugrundaufbau im Trassenabschnitt I: Leichenberg

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Die im Streckenbereich von km 0+190 (Bau-Anfang) bis ca. 0+780 anstehende Kalksteine des Unteren Muschelkalks weisen nur lokal eine geringmächtige Zersatz- und Entfestigungszone auf. Überdeckt wird das Festgestein von dem aus umgelagerten Verwitterungsprodukten gebildetem Hangschutt.

Ab km ca. 0+780 verläuft die Trasse im Rötausstrich mit den Myophorienschichten und dem Pelitröt. Der Übergang zwischen beiden Festgesteinskomplexen liegt zwischen km 0+900 und 1+000. Bedingt durch die größere Verwitterungsanfälligkeit der Gesteine des Röts ist die Zersatz- und Entfestigungszone über dem geringer verwitterten Gestein deutlich mächtiger als die des Unteren Muschelkalks. Die Lockergesteinsüberdeckung des Röts wird im Hangbereich westlich des Gewerbegebietes von Hanglehm gebildet.

Baugrundaufbau im Trassenabschnitt II: Übergang zur Talaue

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An den Hangfuß des Leichenberges ist die Altablagerung "Deponie Rohr" angeschüttet, die von der Trasse zwischen km ca. 1+450 bis 1+550 gequert wird. Der Deponiekörper liegt der Zersatz- und Entfestigungszone des Röts direkt auf.

Im Bereich der anschließenden Talaue lagern auf dem tiefgründig entfestigten und zersetzten Röt die Sande und Kiese der Niederterrasse, deren Mächtigkeit im südlichen Talbereich in Richtung Nordost (Bauende) abnimmt. Darüber folgen zwischen ca. km 1+550 und 2+250 auf etwa 700 m Länge organische und organogene Talbodenablagerungen in Form von Torf bzw. torfhaltigen Tonen und Schluffen. Überdeckt wird der gesamte Homogenbereich von Auelehm.

Darstellung und Bewertung der Baugrunderkundungsergebnisse

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Die Ergebnisse der konventionellen Baugrunderkundung wurden grafisch aufbereitet und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der bodenphysikalischen Labor- und Feldversuche in einem geotechnischen Längsschnitt mit detailliertem geotechnischem Bewertungsband dargestellt. Die darin enthaltenen Angaben zur Klassifikation der erkundeten Baugrundschichten, zum Grundwasser und Hinweise zu erforderlichen bautechnischen Maßnahmen bilden eine wesentliche Grundlage für die Streckenplanung und die spätere Bauausführung.

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